Let’s Sing 2025

Am 07. November 2024 wagte „Let’s Sing 2025“ auf allen aktuellen Konsolen den stimmlichen Auftritt – zumindest in der Theorie. Ursprünglich sollte der Titel zum großen Karaoke-Hit des Jahres avancieren, doch einige Stunden Spielzeit offenbaren ein ambivalentes Bild: Auf der einen Seite bringen deutschsprachiger Fokus und moderne App-Anbindung frischen Wind ins heimische Wohnzimmer, auf der anderen Seite trüben technische Hürden und ein fragwürdiges Abo-Modell den Gesamteindruck.
Vielversprechender Einstieg, aber Sand im Getriebe
Schon beim Start präsentiert sich Let’s Sing 2025 recht einladend. Ob USB-Mikrofone oder die offizielle Smartphone-App – beide Varianten sind in wenigen Handgriffen einsatzbereit, sodass sich auch größere Runden schnell formieren. Für spontane Partyabende ist das eine großartige Basis: Mikro checken, Lieblingssong auswählen und schon steckt man mitten in aufgeheizten Karaoke-Duellen.
Inhaltlich lockt neben dem Classic-Modus, bei dem man sofort loslegen kann, ein Story-Part in Gestalt einer Casting-Show. Hier beginnt man als Akademie-Neuling und arbeitet sich Schritt für Schritt in höhere Sphären. Eine nette Idee, die manchmal jedoch an kleinen Ladehängern oder unterbrochenen App-Verbindungen scheitert. Zwar behebt ein Neustart solche Patzer meist schnell, trotzdem kann es für einen Moment die ausgelassene Stimmung bremsen.

Besonders vorteilhaft ist, dass die meisten älteren Mikrofone problemlos erkannt werden. Wer also noch ungenutzte Schätze aus früheren Karaoke-Tagen besitzt, kann sie ohne großen Aufwand einbinden. Und genau dieses vertraute Gefühl, endlich wieder ein echtes Mikro in der Hand zu halten, macht einen Teil des nostalgischen Reizes von Let’s Sing 2025 aus.
Etwas getrübt wird der Ersteindruck jedoch durch sporadische Verbindungsabbrüche mit der Smartphone-App und gelegentlich lange Ladezeiten. Zwar sind solche Probleme nicht in jeder Session präsent, aber sie können Momente unterbrechen, die sonst perfekt zum Mitsingen und Mitfiebern geeignet wären.
Songauswahl, VIP-Pass und Monetarisierung
Kommen wir zum Kernstück eines jeden Karaoke-Titels: der Songauswahl. 35 Stücke warten von Anfang an darauf, geschmettert zu werden – darunter 15 deutschsprachige Titel. Mit Hits von Schlager-Ikonen, Chartstürmern und ein paar internationalen Interpreten ist das Grundpaket für erste Gesangsrunden durchaus solide.
Wer aber tiefer in die musikalische Vielfalt eintauchen will, steht vor dem VIP-Pass. Dieses kostenpflichtige Abo-Modell schaltet über 100 zusätzliche Lieder frei. Der Haken: Statt einzelne Songs oder Pakete zu kaufen, wird man in ein monatliches Bezahlkorsett gedrängt. Für diejenigen, die nur gelegentlich ein bestimmtes Lied brauchen, mag das unangenehm wirken. Auf lange Sicht können die laufenden Kosten außerdem den eigenen Geldbeutel strapazieren.

Wer sich entschieden hat, beim Basispaket zu bleiben, bekommt zumindest ein paar Stunden lang gut Laune und kann die Casting-Karriere weitgehend auskosten. Allerdings sind manche Wettbewerbe und künftige Online-Funktionen stark an das Abo geknüpft, was die Erfahrung ein wenig amputiert. Ob das irgendwann durch Updates oder andere Kaufoptionen entschärft wird, steht noch in den Sternen.
Nicht zu verschweigen sind zudem kleinere Bugs, die von einigen Spielern berichtet werden – etwa Abstürze im Ladebildschirm oder unsaubere Synchronisierungen bei bestimmten Tracks. Zwar blieb uns in der Testphase ein großer Showstopper erspart, aber selbst sporadische Störungen können die Live-Performance ziemlich bremsen.

Ein weiterer Aspekt: Auch wenn die Darstellung mit klassischem Karaoke-Prinzip und einfachen Tonbalken solide funktioniert, könnte das Ganze einen moderneren Anstrich vertragen. Wer Let’s Sing 2024 gespielt hat, wird feststellen, dass sich technisch nur wenig weiterentwickelt hat. Optisch bleibt man in vertrauten Gewässern, was zwar nicht unbedingt stört, aber auch keine Begeisterungsstürme auslöst.
Partyspiel oder Tagesprogramm?
Insgesamt liegt der Reiz von Let’s Sing 2025 in seiner niedrigen Einstiegshürde und dem Mix aus Nostalgie und zeitgemäßer App-Einbindung. Die 35 Basissongs bieten genügend Grund, das Mikro zu schwingen, während das Casting-Flair im Story-Modus frische Impulse setzt. Schade ist, dass die Bindung an den VIP-Pass das volle Potenzial nur gegen Aufpreis freigibt. Hin und wieder auftretende Bugs und Verbindungsabbrüche lockern zwar nicht permanent, aber doch regelmäßig die Partystimmung.
Wer sich auf die Grundausstattung beschränkt, wird dennoch einige angenehme Stunden haben – speziell, wenn man zusammen mit Freunden oder Familie singt und die gelegentlichen Ungereimtheiten locker nimmt. Allerdings wird deutlich, dass neben einem frischen Look auch mehr Flexibilität bei der Songerweiterung wünschenswert wäre.
Fazit: 6/10
Let’s Sing 2025 überzeugt mit seiner leichten Zugänglichkeit und einer ordentlichen Portion Karaoke-Spaß. Der Story-Modus punktet mit netten Show-Elementen, und deutschsprachige Songs sorgen für schnelle Erfolgserlebnisse. Allerdings bremsen das verpflichtende Abo-System für zusätzliche Lieder sowie sporadische Verbindungs- und Ladeprobleme das gesamte Spielgefühl. Für lockere Karaoke-Abende reicht es, für den ganz großen Wurf fehlen jedoch Feinschliff und ein faireres Bezahlmodell.


Als typisches Kind der 90er begann Viktors Gamingleidenschaft mit der PS1 und dem N64 – die erste eigene „Konsole“ war ein lila-transparenter Gamebody Colour mit Pokémon in der gelben Edition. Von Playstation 1-4 wanderten relativ regelmäßig neue Konsolen und Spiele ins Haus, am Liebsten Titel wie Silent Hill, Haunting Ground, Final Fantasy und Kingdom Hearts, aber auch Gamecube, Wii und Switch zogen über die Jahre ein.
Erst mit dem Release der Xbox Series X wanderte er aus dem Camp Sony ab.
In den 2010ern entdecke er seine Liebe für RPG Maker-Klassiker wie Ib und The Witch’s House – denn dafür reichte der schwache Laptop noch aus. 😉 Vom ersten „großen“ Gehalt gab’s dann den ersten Gaming PC, auch wenn er heute einen entspannten Abend auf der Couch mit dem Controller in der Hand bevorzugt.
Heute faszinieren ihn die verschiedensten Titel, von „Baldur’s Gate 3“ über „Stardew Valley“, „Red Dead Redemption 2“ oder auch „Stray“. Ob Adventure, Horror, Fantasy oder Farming Sim – das Genre ist nicht wichtig, hauptsache der Spielspaß stimmt!
Wenn’s mal ein Gaming-Abend ohne PC sein soll, greift Viktor sowohl auf Pen&Paper Klassiker wie Shadowrun und DSA zurück, aber er probiert auch gerne Systeme aus, die weniger bekannt sind („One in a Million / Discworld“ oder „Wanderhome“).
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