Star Trek: Legends

KHAAAAN! – Jeder, der sich ein bisschen mit Science-Fiction beschäftigt. ist auf diesen Ruf von James Kirk in Star Trek 2: Der Zorn des Khans gestoßen. Nicht nur, dass es ein Meme über die letzten Jahre geworden ist, es symbolisiert auch ein riesiges, über die letzten Jahrzehnte vernächlässigtes Franchise. Ich habe schon als 8-Jähriger Star Trek auf Kabel 1 geschaut und verfolge noch jede Veröffentlichung, die mir über den Weg läuft. Von Serien über Romane bis hin zu den Games von damals, versuche ich alles im Blick zu halten. Deswegen freut es mich heute Star Trek: Legends vorstellen zu dürfen, ein Spiel für mein Guilty Pleasure schlecht hin.

In diesem Nebel gibt es Kaffee – Kathryn Janeway

Bei Star Trek: Legends reist man mit der USS Artemis zum Nexus (wer ihn noch aus Star Trek VII kennt), um diesen zu untersuchen. In dieser ungewöhnlichen Dimension trifft man auf verschiedene Charaktere des Star Trek-Universums, von Worf, Michael Burnham bis hin zu Gul Dukat oder der Borg-Königin. Diese werden in die Besatzung integriert, um diese Anomalie zu erforschen und die plötzlichen Veränderungen in der Realität zu beheben. Dabei wird in verschiedenen Episoden die Story um den Nexus erklärt und weitere Charakter über die Jahrhunderte eingeführt und hinzugefügt.

Das Spielprinzip von Star Trek: Legends orientiert sich an klassischen rundenbasierten RPGs. Die Spieler stellen eine Crew aus legendären Figuren der Star Trek-Geschichte zusammen, darunter Kirk, Spock, Jean-Luc Picard, aber auch einfache generierte Offiziere von allen Spezies. Jede Figur verfügt über einzigartige Fähigkeiten und Stärken, die strategisch eingesetzt werden müssen. Die Kämpfe sind gut strukturiert und erfordern kluge Taktiken. Die Kombination der richtigen Crew-Mitglieder mit passenden Fähigkeiten ist entscheidend, um Gegner effektiv zu besiegen. Zusätzlich gibt es ein Fortschrittssystem, das das Aufleveln der Charaktere ermöglicht, wodurch neue Fähigkeiten freigeschaltet werden.

© CBS Studios / Tilting Point
Die Auswahl der Charaktere ist entscheidend.

Optisch bietet das Spiel eine ansprechende Mischung aus Comic-ähnlichem Stil und detaillierten Charaktermodellen. Die Animationen sind flüssig, wenn auch nicht bahnbrechend. Die Klangkulisse ist hervorragend: Neben einem atmosphärischen Soundtrack gibt es originalgetreue Soundeffekte, die das Star-Trek-Gefühl verstärken. Schade ist allerdings, dass es keine Sprachausgabe gibt – dies hätte die Immersion noch weiter verbessert.

Darmok und Jalad auf Tanagra!

Im Allgemeinen lässt sich alles über das Hauptmenü des Spiels steuern wie die Brücke eines Raumschiffs. Dabei lässt sich dort die Charaktere leveln und auch neue Personen beschwören. Diese erhält man über Punkte, die man im Laufe der Story erhält. Dabei beamt man einen beliebigen Charakter aus den Bereichen Crew, Führungsstab, Sicherheit, Ingenieurwesen, Medizin und Wissenschaft an Bord, um die Besatzung zu ergänzen. Über die Shuttle-Missionen kann man beliebige Star Trek Charaktere auf Hintergrundmissionen schicken, um Rohstoffe und Erfahrungspunkte zu farmen. Auch die Brückenfunktion liefert die Option, eine eigene Brückenbesatzung festzulegen, die auch in den Kämpfen entsprechende Buffs liefern.

© CBS Studios / Tilting Point
Das Kampfsystem bietet euch allerlei Möglichkeiten für individuelle Taktiken.

Weitere Optionen sind ein eigener Survival-Mode für Kämpfe außerhalb der Story, einen Shop und DLC-Bereich, der nicht zwingend nötig ist. Die Menüführung wird durch aufleuchtende Punkte oder Hinweise erleichtert, ist aber auch so sehr intuitiv.Die Steuerung von Star Trek: Legends ist intuitiv und für mobile Geräte optimiert, aber auch gut auf der Playstation anwendbar. Charakterfähigkeiten können durch Auswahl der jeweiligen Icons aktiviert werden, was eine schnelle und effiziente Steuerung ermöglicht. Zusätzlich gibt es eine automatische Kampfoption für Spieler, die sich auf die Strategie konzentrieren möchten und eine Beschleunigungsfunktion, weil sonst sich alles sehr verlangsamt. Auch nimmt der Schwierigkeitsgrad im Laufe von Missionen angemessen zu.

Fazit: 8/10

Ein schönes kurzlebiges Spiel für mein Nostalgieherz. Ich habe mich mega gefreut als Kathryn Janeway als Gegner plötzlich erschien und noch mehr als sie ein Besatzungsmitglied wurde. Die Story lässt durch kleine Anspielungen das Trekkie-Herz höherschlagen lässt. Die Geschichte selbst ist unterhaltsam und fängt den Geist von Star Trek gut ein, auch wenn sie gelegentlich etwas vorhersehbar wirkt. Viele kleiner Probleme, wie das repetitive Muster der einfachen Kämpfe, mindern nur wenig das Spieleerlebnis. Man bekommt als Trekkie, das was man sich wünscht.