Warhammer 40.000: Darktide

Warhammer 40.000: Darktide

Mein Name ist Ragnarr. Ich bin ein Psioniker erster Güte. Meine Geschichte beginnt in einem der vielen Dreckslöcher eines Gefangenentransportraumschiffes, welches den Abschaum der Galaxie nach Terzium in den Möbius Sektor bringt. Und dabei war ich stets ein treuer Diener des Imperators. Unfassbar, dass diese Tölpel mich auch noch Tod sehen wollen. Und dann lassen sich diese Typen auch noch überfallen. Ist doch klar, dass irgendeiner der anderen Häftlinge weitreichende Kontakte hat, um sich befreien zu lassen. Aber okay, was soll’s. Scheinbar war mir das Glück an diesem Tag hold und bei der Explosion dieses armen Irren, öffnete sich meine Zelle. Bevor mich die Seuche erreichte, nahm ich mein Schicksal selbst in die Hand und so machte ich mich auf die Suche nach einem Weg runter von diesem Schiff…

Und damit herzlich Willkommen bei unserem ersten Warhammer 40.000-Titel namens Warhammer 40.000: Darktide. Als großer Fan dieses Franchise war ich richtig gehyped, als dieses Spiel auf unserem Tisch landete. Darktide ist eigentlich schon im Jahr 2022 für PC und XBox erschienen. Und nun meine Freunde des Imperators können auch endlich die Playstationspieler in das Vergnügen von Warhammer 40.000: Darktide von Fatshark eintauchen. 

Tatsächlich muss ich gestehen, dass dieser Titel damals völlig an mir vorbeigegangen ist. Was vermutlich auch daran liegen könnte, dass ich erst 2023 richtig auf den Warhammer 40.000-Zug aufgesprungen bin. Und so wie es aussieht, scheint das für mich auch von Vorteil gewesen zu sein. Denn während meiner Recherche zum Spiel las ich immer wieder Meinungen, die das Spiel verteufelten. Andererseits gab es aber auch immer wieder Aussagen, die das Spiel aufgrund der vielen Updates als eines der besten Spiele des Warhammer-Universums bezeichneten. 

Welcher Partei wir am Ende angehören werden, sollt ihr im nachfolgenden Testbericht nachlesen können. Schnallt euch an und macht euch auf eine düstere Fahrt durch die Welt von Warhammer 40.000 gefasst.

Storyline von keinem geringeren als Dan Abnett

© Fatshark
Ein schauriges Gefühl überkommt uns.

Für alle, die sich nach der Überschrift fragen, wer eigentlich dieser Dan Abnett ist, der hat im Warhammer 40.000 Universum echt was verpasst. Er ist einer der namhaften Buchautoren dieses Genres. Die Bücher der Horus Häresie (engl. Horus Heresy) Reihe oder die von Eisenhorn solltet ihr unbedingt mal gelesen haben. Und jener Buchautor soll nun an der Story von Warhammer 40.000: Darktide mitgearbeitet haben. Es stellt sich also nun die Frage, ob das Niveau des Spiels mit denen der Bücher mithalten kann. 

Grundsätzlich kann man vorwegnehmen, dass die Handlung nach dem Bürgerkrieg bzw. nach der Horus Häresie spielt. Das Imperium hat bedeutend an Macht verloren und auch der Imperator erholt sich noch von seinen Wunden. Und so kommt es, dass die Xenos an sämtlichen Ecken des Imperiums auf dem Vormarsch sind und sich auch das Chaos in der Galaxie festgesetzt hat. 

Die Handlung von Darktide spielt im Möbius Sektor. Ich hoffe, das richtig übersetzt zu haben. Die Planeten dieses Systems waren dem Imperator bislang immer loyal ergeben. Allerdings hat es der Krieg auch an diese Grenzen geschafft und versucht nun, die wichtigen Industrieplaneten zu erobern. Die Regimenter der imperialen Armee versuchen, dem Feind verzweifelt Stand zu halten. 

Allerdings wurde das 6. Regiment von den Mächten des Chaos korrumpiert und so glauben die einfachen Soldaten, dass sie die Wahrheit gesehen hätten. Diese wollen sie von nun an verbreiten. Aus diesem Grund machen sie sich auf zum Planeten Koma Prime dessen Hauptstadt Terzium darstellt. Der Chaosgott Nurgle und dessen Seuche wird auf die Stadt losgelassen. Dies führt dazu, dass die Bewohner zu einer Art Zombie werden. 

Die Inquisition hat nun entschieden, den Abschaum der Galaxie – und so auch uns als Spielfigur – nach Terzium zu schicken, um den Planeten von der Seuche zu befreien. Eine richtige Wahl haben wir als Gefangener also nicht. Und so heißt es, überleben und dem Chaos Einhalt zu gebieten oder direkt durch die Inquisition hingerichtet zu werden. 

© Fatshark
Mit der Inquisition ist nicht zu spaßen.

Wie wir als Spieler diese Aufgabe angehen und ob wir dieser gewachsen sind, solltet ihr dann lieber selbst spielen. Wem dieser kurze Storyabriss nicht ausreicht, da die Hintergründe noch viel viel größer sind, der kann sich bei einigen Youtubern rat holen – so wie ich – oder doch zu einem der Bücher greifen. 

Welche Art von Gefangener wollen wir sein?

Zu Beginn dieses Testberichts habt ihr bereits den ersten spielbaren Charakter kennengelernt – den Psioniker. Dieser kann die Mächte des Warp für sich nutzen, um damit im Stile von Imperator Palpatine Blitze zu verschießen oder Köpfe der Gegner platzen zu lassen. Wer auf beeindruckende mentale Fähigkeiten und das Okkulte steht, ist hier genau richtig. 

© Fatshark
Ich habe mich für diese Klasse entschieden.

Als nächstes hätten wir da den Ogryn. Dieser riesenhafte und mächtige Mutant hat zwar nicht viel im Hirn, ist dafür aber unfassbar zäh und führt jeden ihm aufgetragenen Befehl aus. 

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Diese Vertreter passen kaum in die Transportschiffe.

Ähnlich dem Ogryn aber die intelligente Version stellt der Eiferer dar. Sie könnte man als Fanatiker bezeichnen, welche dem Imperator zutiefst untergeben sind. In dessen Namen gehen sie auch an Orte, an die sich keine andere menschliche Spezies wagen würde.

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Oder doch lieber die Fanatiker?

Und zu guter Letzt wäre da noch der Veteran. Sie sind Soldaten des Astra Militarum, die ihre Fähigkeiten bereits in mehreren Schlachten unter Beweis gestellt haben. Die Veteranen sind nun auch bereit, gegen das Chaos anzutreten und den Planeten von der Seuche zu befreien. 

© Fatshark
Die kampferprobten Soldaten des Imperators

Wie ihr seht, dürft ihr also aus vier verschiedenen Charakteren wählen. Wenn ihr wollt, könnt ihr uns in den Kommentaren mal mitteilen, für wen ihr euch entschieden habt und warum. 

Habt ihr eine Auswahl getroffen, könnt ihr eure Spielfigur in einem sehr soliden Charaktererstellungsmenü individualisieren. Es stehen auch hier diverse Kopfformen, Haarvarianten, Narben sowie Tattoos zur Verfügung. Im Anschluss daran findet ihr euch genauso wie ich in einer Zelle auf dem Weg nach Terzium wieder. 

© Fatshark
Umfangreiche Charaktererstellung

Wie ging es nun für uns bzw. meinem Alterego Ragnarr nach der Zerstörung der Zellengitter weiter? Achtung kleiner aber notwendiger und eigentlich abzusehender Spoiler! Ihr helft natürlich als treues Mitglied des Imperators euren Peinigern und müsst euch von da an auf Terzium beweisen. Und so landet ihr früher oder später im Strategium. Das kann man quasi als offenen Lobbybereich beschreiben. Hier findet ihr alles was ihr für eure Mission benötigt – diverse Händler für Rüstungen und Waffen, das Mechanicum, welches eure Waffen upgradet, den In-Game Shop und das Auswahlmenü für die Missionen. Andere Spieler laufen euch hier ebenfalls über den Weg.

© Fatshark
Das Strategium

Für mich wäre es schön gewesen, wenn es zumindest hier eine kleine Minimap geben würde, die einem die Positionen der jeweiligen Händler anzeigt. Anfangs wirkte es für mich sehr verwirrend, wo ich wen finden kann. Natürlich gewöhnt man sich schnell an die entsprechende Verortung, dennoch würde man es so einsteigerfreundlicher gestalten. 

Imposantes Leveldesign, welches den Imperator stolz machen würde

Hat man sich mit seinen ersten Waffen vertraut gemacht, geht es direkt hinein in den Kampf gegen das Chaos. Im Hauptraum hat man die Möglichkeit aus verschiedenen Missionen zu wählen. Deren Schwierigkeit kann man an den Balken über dem Missionsbild erkennen. Sie reichen von Stufe eins bis Stufe fünf. Haben wir uns für ein Level entschieden, beginnt auch direkt die Spielersuche. Ihr habt richtig gehört, Warhammer 40.000: Darktide setzt voll auf Kooperation. Mit drei weiteren Mitspielern machen wir uns also auf den Weg in die riesige Stadt. Im Notfall erhält man drei KI-gesteuerte Mitspieler, welche aber recht zügig durch lebendige Mitstreiter ersetzt werden. 

© Fatshark
Was wohl passiert, wenn die Luke offen ist?

Auf dem Planeten angekommen, erwartet uns eine für das Warhammer-Universum typische imposante Spielwelt. Man fühlt sich einfach richtig klein und unbedeutend. Hinzu kommt der unfassbare düstere und dunkle Stil von Terzium. Zum Teil sogar so dunkel, dass man eigentlich gar nichts mehr erkennt. Und durch diese Winkel der Stadt kämpft man sich mit seiner Truppe. Dabei ist das Missionsdesign sehr identisch. Es fängt sehr langsam an und steigert sich im Spielverlauf bis man am Ende wieder am Extraktionspunkt landet. Soll heißen, dass man sich gegen immer mehr Gegnerhorden kämpfen muss, bis man schlussendlich den Generator hochgefahren, das Ziel eliminiert oder ein Gerät sabotiert hat. Ganz ehrlich: das hört sich so, ziemlich eintönig und langweilig an. Kurioserweise ist es das aber nicht! 

Einige Levelbausteine hat man zwar irgendwo schon mal gesehen, aber mir kam es in meinen bisherigen ca. zehn Stunden Spielzeit stets so vor, als wäre ich immer in einem anderen Teil der Stadt unterwegs. Besonders stark empfand ich die Mission auf einem fahrenden Zug. Die Entwickler schaffen es, mit den gleichen Bausteinen ein Gefühl einer ganz anderen Mission zu erschaffen. Und das ist für mich wirklich bemerkenswert. Außerdem spielt sich ein Level sehr zügig. Nach 20 bis 30 Minuten startet man quasi bereits in die nächste Aufgabe. Da sich die Mitspieler auch immer anders verhalten, als die vorhergehenden, kommt ebenfalls das Gefühl auf, hier würde gerade etwas neues oder anderes passieren.

© Fatshark
Diese Generatoren galt es zu aktivieren

Koop ist der Weg zum Ziel

Ich falle hier am besten direkt mit der Tür ins Haus: Das Spiel müsst ihr mit einem Kumpel oder einer Kumpelinin spielen! Allein macht es zwar Spaß und man kommt durch die Hilfe anderer Spieler gut voran, aber irgendwie ist es dann doch nur halb so gut. Das Problem ist, dass ich mich in meinem Fall auch gern mal umschauen möchte, um nach Kisten zu suchen oder um einfach das Feeling zu genießen. Das macht sich in den meisten Fällen aber mit zufälligen Mitspielern eher schlecht. Irgendwie fühlte ich mich – besonders während meiner ersten Schritte – gehetzt. Meine Teammates wussten gefühlt immer wo sie hinlaufen mussten, sodass meine Wenigkeit plötzlich allein in der Dunkelheit stand. Der Ausspruch „Ja geil!“ traf es doch ziemlich oft ganz genau. Denn gegen die Masse an Gegnern, welche je nach Typ auch in der Schwierigkeit skalieren, ist man als Einzelkämpfer oft auf verlorenem Posten. So konnte ich des Öfteren den genervten Ausdruck meiner Mitspieler förmlich spüren, wenn sie den ganzen Weg wieder zurück mussten, nur um mich zu retten. Da ist es einfach angenehmer, wenn der Freund einem den Rücken freihält. 

© Fatshark
Dieser Mate hat mit seinem Flammenwerfer ordentlich ausgeteilt

Meine Empfehlung an euch ist also, dass ihr euch mit irgendwem zusammenschließt und das Projekt gemeinsam angeht. Sollte das nicht möglich sein, werdet ihr euch aber auch im Laufe des Spiels an die Wege der anderen gewöhnen und locker mithalten können. 

Des Weiteren empfand ich es als schade, dass die Charaktere – wie in anderen kooperativen Titeln – keine explizitere Aufgabe innerhalb des Teams übernehmen. Natürlich spielt sich jeder Charakter sehr individuell und man kann aus einer Menge Fähigkeiten auswählen, dennoch fehlt etwas der Fokus auf die typischen Rollen des Tanks oder des Supports. 

Man muss dem Ganzen aber zu Gute halten, dass dadurch die Spielersuche deutlich vereinfacht wird. Es ist also egal, ob sich vier Psioniker oder vier Ogryns in die Mission begeben oder nicht. Egal mit welcher Charakterkonstellation man antritt, Erfolg kann man immer haben. Das ist in gewisser Weise auch gut so, da man die Wartezeiten gering hält und man auch wirklich die Klasse spielen kann, auf die man Lust hat. Hier wäre eure Meinung wieder mal gefragt. Wollt ihr lieber eine klare Rollenverteilung oder seid ihr lieber unabhängig unterwegs. 

Technisch hat das Mechanicum ganz Arbeit geleistet

© Fatshark
Es sieht halt einfach gut aus.

Auf einigen Bildern hier im Bericht könnt ihr erkennen, dass das Spiel grafisch einen richtig guten Eindruck macht. Man merkt dem Titel zwar seine Jahre etwas an, allerdings muss man dafür schon sehr genau hinschauen. Die Vielzahl an Nahkampf- und Fernkampfwaffen ist wirklich beeindruckend. Den diversen Schwerter, Klingen oder Äxten merkt man seine Wuchtigkeit bzw. sein Finesse bei jedem Schlag an. Und auch der Rückstoß der Lasergewehre ist richtig gut. Der Playstation 5 Controller macht hier eine wunderbare Arbeit. Besonders bei den Flammenwerfern spürt man förmlich die Hitze.

Im Laufe meiner Spielzeit kam es auch nur ein einziges Mal zu einem Problem. Nachdem ich von einem Gefecht zurück auf das Strategium kam, konnte ich keine neue Mission auswählen. Bis heute weiß ich nicht, wo mein Fehler lag.

Fazit 8/10

Warhammer 40.000: Darktide lässt euch unglaublich gut in das genretypsiche Universum eintauchen. Das Leveldesign ist überwältigend und das kooperative Spiel funktioniert sehr gut. Auch Einzelkämpfer können mit diesem Titel eine Menge Spaß haben. Nach dem miesen Start zur Veröffentlichung und einigen Updates später hat sich Darktide zu einem wirklich tollen Spiel entwickelt, welches auch immer wieder mit zusätzlichen Inhalten versorgt wird. Allerdings empfand ich den Einstieg recht schwierig bis man die grundlegenden Aspekte durchschaut hatte. Die Storyfetzen, welche immer mal wieder eingeworfen werden, halten den Spieler im Spiel. Wer aber die beste Ausrüstung haben will, der muss eine Menge Grinden und auch etwas Glück haben. 

Da ich die Anfänge verpasst hatte und jetzt erst ins Spiel gekommen bin, muss ich sagen, dass mich Darktide wirklich abgeholt hat. Mir gefällt die Mischung aus Nahkampf, Fernkampf und der Einsatz charaktertypischer Fähigkeiten sehr gut und ich hoffe, den einen oder anderen meiner Freunde für dieses Spiel gewinnen zu können, um mit ihnen gemeinsam durch die düsteren Winkel der Stadt zu streifen.

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