Ultros

Ein Genre, welches mich schon mein ganzes Leben begleitet, ist das Metroidvania. Die Idee des Erkundens einer Spielwelt, welche sich durch neue Fähigkeiten stückchenweise öffnet und auch alte Areale mit neuen Entdeckungen bereichert, motiviert einfach ungemein. Genau dieser Prämisse bedient sich auch Ultros, welches seit einigen Tagen erhältlich ist. Wie gut es mir gefallen hat, verrate ich im Test.
Story: Wenn sogar die Verwirrung verwirrt ist
Die Story selbst beginnt etwas wirr. Wir stranden mit unserem alter Ego auf dem Sarkophag, wobei es sich um einen im Weltraum umhertreibenden Planeten handelt. Diesen gilt es zu erkunden, um dem dämonischen Wesen Ultros Stück für Stück näher zu kommen. Dabei erlebt ihr eine facettenreiche Alien-Welt aus der Schmiede von El Huervo, welche vom Soundtrack bis zu den grafisch beeindruckenden Gebieten einfach begeistert.

Die Story selbst erschließt sich nur, wenn man sich dieser wirklich vollends hingibt. Vieles ist, zumindest auf den ersten Blick, sehr verwirrend gestaltet. Dennoch hat sie ihre Berechtigung und hilft dabei, die Spielwelt und seine Charaktere besser einordnen zu können. Dennoch braucht es sie am Ende aber nicht, um mit Ultros eine ganze Menge Spaß zu haben.
Der Grund hierfür ist, dass ihr wirklich ein einmaliges Metroidvania erhaltet. Die tolle Spielwelt öffnet sich immer weiter, je mehr ihr im Spiel voranschreitet. Dies liegt an den Fähigkeiten, welche ihr nach und nach erlernt. Dabei könnt ihr auf Bekanntes zurückgreifen, welches andere Metroidvania bereits vorgelebt haben. Ein Doppelsprung, kurzzeitiges Fliegen oder auch das Öffnen von zuvor verschlossenen Türen sind nur einige Fähigkeiten im Spiel.
Ein üppiger Fähigkeitenbaum
Als besonderen Kniff könnt ihr an Speicherpunkten nämlich noch viele weitere Fähigkeiten freischalten, welche sich jedoch vor allem an euer Überleben richten. So erhaltet ihr auf Wunsch mehr Energie, ihr könnt einen höheren Sprung ausführen, euer Ausweichen wird optimiert oder die Heilung eurer Energie erfolgt schneller. Das Repertoire ist abwechslungsreich und lässt eine ganze Menge Spielraum für euren Spielstil.

Um jene Fähigkeiten jedoch erlernen zu können, müsst ihr ausreichend Nahrung zu euch nehmen. Diese erhaltet ihr im Kampf gegen die Bewohner des Sarkophags, wobei jede Speise unterschiedliche Attribute erhöht. Ihr müsst daher zum einen ausgewogen Essen, um vielfältige Fähigkeiten erlernen zu können, zudem müsst ihr aber auch auf die Suche nach der richtigen Nahrung gehen, um bestimmte Werte zu pushen. Das System gefällt mir insgesamt sehr gut, jedoch habe ich einige Zeit gebraucht, um sie vollends zu durchblicken.
Ein interessantes Feature ist vor allem, dass ihr im Spielverlauf immer wieder eure Erinnerungen an all jenes verliert, was ihr bereits erlernt habt. Auch das hat mich erst einmal ordentlich verwirrt. Ihr könnt jedoch bestimmte Fähigkeiten sichern, sodass ihr bei einem erneuten Erinnerungsverlust weiterhin auf sie zurückgreifen könnt.
Auf in den Kampf
Die Kämpfe selbst sind relativ simpel gehalten, erfüllen aber auch ihren Zweck. Mittels Tastendruck greift ihr Feinde an, ihr könnt ausweichen und sogar einen Konter starten. Ansonsten lassen sich manche Feinde auch jonglieren und gegen andere werfen. Viel mehr gibt es am Ende auch nicht zu sagen und meist laufen die Kämpfe sehr einfach ab. Eine Besonderheit stellen die Bosskämpfe dar, welche imposant gestaltet sind und ordentlich Spaß machen.

Alles in allem ist Ultros ein tolles Spiel. Die technische Präsentation gefällt mir unheimlich gut und auch der dazugehörige Soundtrack fügt sich wunderbar ein. An einigen Stellen kommt die Switch jedoch leicht ins Stottern, was aber nur bedingt stört. Gerade bei einem Preis von unter 20 Euro ist das Gebotene eine tolle Mischung für all jene, die Spaß am Metroidvania-Genre haben. Daher eine klare Kaufempfehlung.
Fazit: 8/10
Ultros hat mir genau das geboten, was ich mir erhofft habe: Eine gute Metroidvania-Erfahrung. Die etwas wirre Story und die ab und an in die Knie gehende Technik störten meinen Run nur wenig, denn das Kampfsystem, der Ausbau neuer Fähigkeiten und vor allem die Spielwelt fesselten mich an den Bildschirm. Daher gibt es von mir eine klare Empfehlung für alle Genre-Liebhaber, die schon länger auf der Suche nach neuer Genre-Kost waren.

Als Kind der 90er-Jahre ist Maik mit dem NES, SNES und Nintendo 64 groß geworden. Seitdem schlägt sein Herz für das Kyoto-Unternehmen, auch wenn seine Interessen auch weitere Konsolen betreffen. Zu seinen liebsten Titeln aller Zeiten gehören The Legend of Zelda: Ocarina of Time und Final Fantasy X.